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Es werden Posts vom 2025 angezeigt.

Zwischen Trotzphase und Sinneskrise: Wenn der Traum von Familie mit der Realität kollidiert

Kann bitte mal jemand offen aussprechen, wie unglaublich überwältigend die Wut werden kann, wenn man ein Kleinkind hat, das bei jeder Kleinigkeit, die nicht seinen Vorstellungen entspricht, schreiend auf dem Boden liegt – und sich nicht mehr beruhigen lässt? Diese fassungslose Ohnmacht, wenn kein einziger Versuch, das Kind zu beruhigen, auch nur im Ansatz Wirkung zeigt? Nichts funktioniert. Gar nichts. Und du stehst da – hilflos, erschöpft, manchmal sogar wütend. Ehrlich gefragt: Erfüllt das eigentlich wirklich irgendwen durchgehend? Und wo wir gerade schon ehrlich sind: Gibt es noch andere Mütter unter euch, die der bloße Zustand „Familie haben“ nicht erfüllt? Deren Vorstellungen vom Muttersein und dem versprochenen Familienglück so gar nicht mit der Realität mithalten können? Ich habe in den letzten Tagen eine kleine, aber intensive Midlife-Crisis durchlebt. Mir wurde schmerzhaft klar: Ich bin nicht zufrieden. Nicht erfüllt. Nicht in meinem Job, nicht in meinem persönlichen U...

Ich liebe mein Kind – aber ich vermisse mich

Es gab eine Phase in der Beziehung zu meinem Mann, noch vor unserer Tochter, die stark von einem plötzlich eintreffenden Kinderwunsch geprägt war. Uns war beiden bewusst, wie viel Verantwortung auf uns zukommt – besonders mit Blick auf unsere eigenen Kindheitserfahrungen und Traumata. Was mir jedoch damals noch nicht klar war, war die Einsamkeit, die sich einschleichen würde, und die neu aufkeimende Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Ich hatte schon so viel erlebt, war viel gereist, hatte eine intensive Feierphase hinter mir. Ich dachte, ich wäre bereit für dieses neue Kapitel. Bereit, meine „alte“ Art wie eine weite Biker-Jacke abzulegen und stattdessen ein engeres Korsett zu schnüren – bereit für die Veränderung, für die Verantwortung, für die Einschränkungen, die mit dem Muttersein einhergehen. Doch nach einem Jahr, mit abgeschlossener Kita-Eingewöhnung und einer neuen Routine zwischen Job, Kita und Alltag, spüre ich eine unglaubliche Sehnsucht nach Freiheit, Abwechslung un...

„Papa!“ – Wenn dein Herz bricht, aber du wächst

Vor Kurzem haben wir den ersten Geburtstag unserer Tochter gefeiert. Eine große Feier war geplant – nicht nur für sie, sondern auch für uns als Eltern. Ein Jahr Elternsein! Das wollten wir mit Freunden feiern, voller Stolz auf das, was wir gemeinsam geschafft haben. Und dann? Tja, die Realität sah etwas anders aus: Meine Tochter wollte die ganze Feier über partout nicht auf meinen Arm. Bevor ich Mutter wurde, hatte ich keine Ahnung, wie sehr es schmerzen kann, vom eigenen Kind abgelehnt zu werden. Unsere Gesellschaft malt ja gerne das Bild der Mutter als Inbegriff von Geborgenheit und Sicherheit – und auch wenn ich diese Rollenbilder kritisch sehe, ertappe ich mich doch immer wieder dabei, wie ich ihnen nacheifere. Wer mich kennt, weiß: Ich bin nicht von Natur aus die immerzu sanftmütige, geduldige Mutter. Und genau deshalb habe ich mich im letzten Jahr oft gefragt: Bin ich eigentlich gut genug? Diese Zweifel begannen schon mit unserer Entscheidung zur Elternzeit: sechs Monate ich, sec...

Zwischen Experten und Erziehung: Ein Plädoyer fürs Bauchgefühl

Soeben habe ich wieder den Fehler begangen und mir auf Instagram Reels zum Thema Parenting angeschaut. Im letzten Reel (danach war mir der Appetit vergangen) saß eine streng blickende Frau einer Moderatorin gegenüber und erklärte mit Nachdruck, dass Kinder auf keinen Fall vor ihrem dritten Geburtstag in die Kita sollten. Sie argumentierte, dass Kinder ihre Bezugsperson bis dahin stets im Blick haben müssten und noch gar nicht in der Lage seien, mit anderen Kindern zu interagieren. Ich musste schlucken. Wir haben gerade mit der Eingewöhnung begonnen, und ich war ehrlich erleichtert, dass Amalia sich sowohl in der Kita als auch mit ihren Erzieherinnen wohlfühlt. Es wird so oft betont, dass jedes Kind anders ist. Und doch begegnet man immer wieder sogenannten "Experten", die mit pauschalen Thesen die Wahrheit für alle Kinder kennen wollen. Wenn wir ehrlich sind, sind die einzigen wahren Experten für ein Kind dessen Eltern oder Bezugspersonen – die übrigens in den meisten Fällen ...