Kann bitte mal jemand offen aussprechen, wie unglaublich überwältigend die Wut werden kann, wenn man ein Kleinkind hat, das bei jeder Kleinigkeit, die nicht seinen Vorstellungen entspricht, schreiend auf dem Boden liegt – und sich nicht mehr beruhigen lässt?
Diese fassungslose Ohnmacht, wenn kein einziger Versuch, das Kind zu beruhigen, auch nur im Ansatz Wirkung zeigt?
Nichts funktioniert. Gar nichts. Und du stehst da – hilflos, erschöpft, manchmal sogar wütend.
Ehrlich gefragt: Erfüllt das eigentlich wirklich irgendwen durchgehend?
Und wo wir gerade schon ehrlich sind: Gibt es noch andere Mütter unter euch, die der bloße Zustand „Familie haben“ nicht erfüllt?
Deren Vorstellungen vom Muttersein und dem versprochenen Familienglück so gar nicht mit der Realität mithalten können?
Ich habe in den letzten Tagen eine kleine, aber intensive Midlife-Crisis durchlebt.
Mir wurde schmerzhaft klar: Ich bin nicht zufrieden. Nicht erfüllt.
Nicht in meinem Job, nicht in meinem persönlichen Umfeld – und am wenigsten in meiner Rolle als Mutter oder Ehefrau.
Ich gebe alles, versuche alles, funktioniere – und trotzdem endet jeder zweite Tag in einem emotionalen Zusammenbruch. Meistens bei meinem Kind. Manchmal bei mir.
Nein, meine Rolle als Mutter erfüllt mich im Moment nicht.
Und meine Beziehung bringt mich regelmäßig an den Rand meines Verstandes – obwohl ich meinen Partner und unsere Tochter zutiefst liebe.
Veränderung muss sein – und sie fängt bei mir an
Eine Erkenntnis hat sich in mir eingebrannt:
Wenn ich nicht mit 40 schon verbittert und leer sein will, dann muss ich jetzt etwas ändern.
Nicht nur kosmetisch – mit einem Sportkurs oder einem neuen Kalender. Sondern radikal.
Ich muss mir selbst treu werden. Ich will nicht nur „funktionieren“, sondern wirksam sein.
Ich möchte mit Menschen arbeiten, Beziehungen gestalten, etwas bewegen.
Nicht weiter mein Talent auf Datentransformationsprozesse verschwenden, während mein Inneres verhallt.
Deshalb gehe ich jetzt kleine Schritte in eine neue Richtung:
Nächste Woche beginne ich eine Hospitation als ehrenamtliche Mitarbeiterin.
Klein, aber bestimmt. Und es fühlt sich endlich nach Anfang an.
Fazit: Erfüllung kommt nicht von außen
Was ich jetzt weiß:
Weder Kind noch Beziehung können mich dauerhaft ausfüllen oder meine innere Leere glätten.
Das kann nur ich.
Durch das, wie ich lebe. Wie ich arbeite. Wie ich mit mir selbst verbunden bin.
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