Direkt zum Hauptbereich

Zwischen Experten und Erziehung: Ein Plädoyer fürs Bauchgefühl

Soeben habe ich wieder den Fehler begangen und mir auf Instagram Reels zum Thema Parenting angeschaut. Im letzten Reel (danach war mir der Appetit vergangen) saß eine streng blickende Frau einer Moderatorin gegenüber und erklärte mit Nachdruck, dass Kinder auf keinen Fall vor ihrem dritten Geburtstag in die Kita sollten. Sie argumentierte, dass Kinder ihre Bezugsperson bis dahin stets im Blick haben müssten und noch gar nicht in der Lage seien, mit anderen Kindern zu interagieren.

Ich musste schlucken. Wir haben gerade mit der Eingewöhnung begonnen, und ich war ehrlich erleichtert, dass Amalia sich sowohl in der Kita als auch mit ihren Erzieherinnen wohlfühlt.

Es wird so oft betont, dass jedes Kind anders ist. Und doch begegnet man immer wieder sogenannten "Experten", die mit pauschalen Thesen die Wahrheit für alle Kinder kennen wollen. Wenn wir ehrlich sind, sind die einzigen wahren Experten für ein Kind dessen Eltern oder Bezugspersonen – die übrigens in den meisten Fällen gar nicht die finanzielle Möglichkeit haben, drei Jahre lang zuhause zu bleiben.

Und mal ganz abgesehen davon: Auch Eltern haben Bedürfnisse. Sie brauchen irgendwann eine Abwechslung vom kindzentrierten Alltag – und das ist okay! Doch auch hier muss man aufpassen, wem man davon erzählt. Es gibt genug selbsternannte "Experten", die genau wissen wollen, was das Beste für jedes einzelne Kind ist.

Das Problem? Jede:r Expert:in hat eine andere Meinung. Mein Rat an alle Eltern lautet deshalb: Let them. Vertraut auf eure Intuition und macht euch das Leben mit Kind nicht noch schwerer, als es ohnehin schon ist.

Denn Eltern zu sein ist one hell of a job!

Kommentare